Jahreshauptversammlung 2005
SPD Jahreshauptversammlung am 01.02.2005
-Henning Scherf: Das waren Menschen, die Mut hatten-
-Bremens Bürgermeister verwies in Harpstedt auf die Wurzeln der SPD-

Kein Geringerer als Bremens Bürgermeister Dr. Henning Scherf nahm am Dienstag in der Jahreshauptversammlung der Samtgemeinde-SPD die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft vor. Der Ortsvereinsvorsitzende Klaus Budzin hatte den gleichermaßen prominenten wie volksnahen Politiker dafür gewinnen können.
Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Friedrich Harnisch und Walter Huntemann gezeichnet. Urkunde und Nadel für 25 Jahre erhielten Wilhelm Duveneck und Erich Müller.
Scherf betonte, dass er gerne zu den Nachbarn gekommen sei: "Jubilarehrungen sind doch die schönsten Tage im Parteileben, während man sich sonst über Berlin und Hannover ärgert." Der hochkarätige Gast ging auf die Wurzeln der SPD ein: "Sie ist kein Gelegenheitsverein, sondern die älteste Partei im Lande. Sie ist die Solidargemeinschaft, in der sich vor über 140 Jahren rechtlose, arme Leute trafen, die von Arbeitslosigkeit und Rausschmiss bedroht waren und weder Kranken- noch Rentenversicherung hatten."
Scherf erinnerte an den von den Sozialdemokraten geprägten Aufbau der Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg. Sie hätten zuerst die Gefahr der Nazis erkannt und 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt. Viele hätten dafür im KZ gelitten. 1945 hätten sie aus dem Chaos das ruinierte und zerstörte Land und die Demokratie mit aufgebaut: "Das waren Menschen, die Mut hatten. An die Geschichte der Partei müssen wir uns erinnern und uns nicht über Hartz IV und Praxisgebühr ärgern", mahnte Bremens Bürgermeister. Die SPD sei immer Teil einer internationalen Bewegung gewesen. Jetzt werde in Europa das verwirklicht, wovon Sozialisten immer geträumt und wofür sie gekämpft hätten. Die Völker hielten sich nicht mehr gegenseitig mit Militär in Schach, sondern lebten als gute Nachbarn friedlich zusammen. "Wir nehmen an einer ungewöhnlichen Entwicklung der Geschichte teil. Wir können das erleben, wofür unsere Großeltern und Eltern ihren Kopf hingehalten haben", betonte Scherf und empfahl die Europäische Gemeinschaft als Modell zur Befriedung anderer Teile der Welt.
Klaus Budzin hatte vorab den Werdegang der Jubilare geschildert: Im Kommunalwahljahr 1964 trat Friedrich Harnisch in die SPD ein, kandierte, für den Gemeinderat und wurde mit 26 Jahren jüngstes Ratsmitglied. Heute gehört er dem Flecken-Rat seit 40 Jahren an. 28 Jahre war er Stellvertreter des Bürgermeisters. Harnisch blickt ferner auf 34 Jahre im Samtgemeinderat zurück und ist seit 1991 im Kreistag. Im SPD-Ortsvereinsvorstand war er Jahrzehnte stellvertretender Vorsitzender.
Walter Huntemann trat ebenfalls 1964 als 33-Jähriger in die SPD ein. Er war von 1968 bis 1981 im Rat der Gemeinde Dünsen und von 1976 bis 1981 im Samtgemeinderat. Erich Müller, 25 Jahre dabei, ist seit 1984 im Vorstand der SPD-Abteilung Dünsen und seit 2004 im Vorstand des Ortsvereins. Wilhelm Duveneck (Beckeln) hält der SPD ebenfalls seit 25 Jahren die Treue.

Friedrich Harnisch (l.) und Walter Huntemann (r.) wurden von Henning Scherf geehrt

Friedrich Harnisch und Henning Scherf

Walter Huntemann (2. v.l.) wird geehrt

Der Vorstandsstisch mit Henning Scherf als Gast

Henning Scherf und Hermann Bokelmann

Erich Müller wird von Henning Scherf geehrt
© JüWa














